Menschenbild der Gestalttherapie

Ganzheitliches Menschenbild

Das Menschenbild der Gestalttherapie ist humanistisch und geht von einem ganzheitlichen Verständnis der Person aus. In phänomenologischer Vorgehensweise wird der Mensch als „so gewordener“ in seiner Einmaligkeit gesehen und sein Verhalten im Zusammenhang mit seiner sozialen und ökologischen Umgebung zu verstehen versucht.

Das Menschenbild der Gestalttherapie ist humanistisch und geht von einem ganzheitlichen Verständnis der Person aus. In phänomenologischer Vorgehensweise wird der Mensch als „so gewordener“ in seiner Einmaligkeit gesehen und sein Verhalten im Zusammenhang mit seiner sozialen und ökologischen Umgebung zu verstehen versucht.

Hier und Jetzt

Der Schwerpunkt der Gestalttherapie liegt in der Gegenwart, das bedeutet wahrgenommen und erlebt wird immer im Hier-und-Jetzt. Sowohl das Erinnern an die Vergangenheit als auch das Planen der Zukunft geschieht in der Gegenwart.

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Prozess der kreativen Anpassung

Die Gestalttherapie geht davon aus, dass ein gesunder Mensch zur Selbstregulation fähig ist, dass er in der Lage ist, seine Bedürfnisse zu erkennen, zu artikulieren und dafür zu sorgen, dass sie in Berücksichtigung der Möglichkeiten seiner Umwelt befriedigt werden.

Dialogisches Prinzip

Eine zentrale Rolle nimmt die Beziehung zwischen Therapeut und Klientin ein, welche als ausschlaggebend angesehen wird für das Gelingen der therapeutischen Arbeit. Richtungsweisend ist hier das dialogische Prinzip von Martin Buber. Gemäss Buber ist eine echte ICH-DU-Beziehung dann gegeben, wenn zwei Menschen sich in einer nicht beurteilenden Haltung, in gegenseitiger Achtung aufeinander einlassen.

Es gehört deshalb zu den impliziten Therapiezielen der Gestalttherapie, Momente zu ermöglichen, in denen sich eine wirkliche Beziehung zwischen Patient und Therapeutin, zwischen einem Ich und einem Du, ereignen kann.

Schulthess, P. aus: M. Schlegel, I. Meier, P. Schulthess (Hrsg.): Psychotherapien.
Schriftenreihe der Schweizer Charta für Psychotherapie, 2011