BegründerInnen der Gestalttherapie

„Für mich ist es wichtig, keine therapeutische Rolle zu spielen, sondern dem Klienten so zu begegnen, wie ich im Augenblick bin: mich mit meinem Hintergrund, mit allem, was mir an Erfahrung, Wissen und Geschick zur Verfügung steht, in der gegebenen Situation in den Dienst des Dialoges, der Begegnung zu stellen.“ Laura Perls

Die Gestalttherapie ist vom Arzt und Psychoanalytiker Fritz Perls und seiner Frau, der Psychologin Lore Perls-Posner, sowie von dem Schriftsteller Paul Goodman zu Beginn der vierziger Jahre entwickelt worden. Das Ehepaar Perls hatte in Deutschland in den zwanziger Jahren studiert und wurde in dieser Zeit fachlich, geistes- und zeitgeschichtlich geprägt. Sie erwarben sich vertiefte Kenntnisse in Psychoanalyse, Gestaltpsychologie, Phänomenologie, Neurologie, Feldtheorie und Körperarbeit.Die politischen Veränderungen in Deutschland führten damals auch bei den beiden Perls zu einem veränderten politischen Bewusstsein. Wegen ihrer Aktivitäten in der antifaschistischen Liga mussten sie als deutsche Juden das Land 1933 verlassen. In Südafrika wirkten sie als Psychoanalytiker, entfernten sich aber in den vierziger Jahren langsam von der psychoanalytischen Behandlungsart und veränderten diese sukzessive in Richtung des später unter dem Namen Gestalttherapie bekannt gewordenen Verfahrens. 1946 emigrierten sie nach New York und trafen dort auf den avantgardistischen Schriftsteller Paul Goodmann. Mit ihm zusammen formulierten sie für die Gestalttherapie erstmals ein theoretisches Gebäude. Das Jahr 1951 kann mit der Publikation des Buches „Gestalttherapie“ von Perls, Hefferline und Goodman als Geburtsjahr der Gestalttherapie gelten.Schulthess, P. aus: M. Schlegel, I. Meier, P. Schulthess (Hrsg.). Psychotherapien. Schriftenreihe der Schweizer Charta für Psychotherapie. 2011.