Anwendungsfelder der Gestalttherapie

Der Gestaltansatz wird in unterschiedlichsten Feldern angewendet: in psychotherapeutischen Praxen, Einrichtungen der Suchttherapie, pädagogischen Kontexten, Beratungsstellen, Kliniken, in Supervision und der Arbeit mit Teams und Organisationen im Profit- und Non-Profit-Bereich – um nur einige herauszugreifen. Gestalttherapie wird sowohl in Einzel- wie auch Gruppenarbeit eingesetzt.

Sie kann bei zahlreichen Störungsbildern angewandt werden, wobei die therapeutische Vorgehensweise und Behandlungsschwerpunkte dem Entwicklungsstand, der Belastbarkeit sowie dem Grad der Beeinträchtigung des Klienten angepasst werden.

b28

Für diesen einen Menschen die ihm angemessene Arbeitsform finden.

Die TherapeutInnen arbeiten nie schematisch manualisiert, sondern gehen bei verschiedenen Störungsbildern und Menschen unterschiedlich vor. Sie suchen die angemessene Arbeitsform, die für diesen einen Menschen die Richtige ist (stützend versus konfrontierend, direkt versus indirekt, verbal versus nonverbal).

Sie orientieren sich dabei an diagnostischen Leitlinien. Gestalttherapie eignet sich auch gut für Personen, die sich persönlich weiterentwickeln wollen, experimentieren und die neben dem Gespräch auch konkrete Umsetzungen zum Beispiel im Form von Rollenspielen, Ton- und Malarbeiten usw. suchen. In der Gruppe bietet die Anwesenheit weiterer Gruppenmitglieder zahlreiche Möglichkeiten der Kontakt- und Beziehungserfahrung.

b30

Methodenvielfalt

Die derzeitige Gruppenpraxis bezieht Rollenspiel, Elemente des Psychodramas, Arbeit mit kreativen Medien, gelenkte Imagination und gegebenenfalls Elemente aus der systemischen Therapie (Familienaufstellungen) mit ein. Gestalttherapeutische Sitzungen mit Einzelpersonen in der Gruppe wechseln sich ab mit Arbeitsformen, welche die Gruppe als Ganzes mit ihrer Dynamik und Verhaltenskultur ansprechen. Feedbacks und Mitteilungen der Gruppenteilnehmer ergänzen diese Prozesse und können bei den übrigen Gruppenteilnehmern wiederum wertvolle Prozesse auslösen.

Schulthess, P. aus: M. Schlegel, I. Meier, P. Schulthess (Hrsg.). Psychotherapien. Schriftenreihe der Schweizer Charta für Psychotherapie. 2011.